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Mission zum Mars: Reiten auf dem Gooseberry Mesa

Eingebettet zwischen dem Zion-Nationalpark und Hurricane im Süden Utahs ist Gooseberry Mesa ein absoluter Klassiker unter den Mountainbike-Trails. Weite Wüstenpanoramen und spaßige Slickrock-Singletrails machen diesen Trail zu einem Muss für alle, die abwechslungsreiches Terrain lieben. Egal welche Runde man wählt, Fahrspaß ist garantiert.

Verfasst von Melissa McGibbon

Blick vom North Rim Trail.

Blick vom North Rim Trail.

Foto: Sandra Salvas

Wir hätten genauso gut auf dem Mars sein können. Fernab jeglicher Zivilisation und umgeben von einem scheinbar endlosen Horizont dramatischer Wüstenlandschaft hatten wir den Ort ganz für uns allein. Gibt es etwas Befreienderes, als der Masse zu entfliehen und in der Stille inmitten der Natur in einer weiten, atemberaubend schönen Einsamkeit zu verweilen? Zugegeben, es war ein Mittwochnachmittag Mitte Juli, und die Temperaturen kletterten auf über 38 Grad Celsius, aber trotzdem. Wir waren dort, um die legendären Mountainbike-Strecken der Gooseberry Mesa in der Nähe von Hurricane, Utah, zu erkunden.

Stellen wir uns die Szene vor: Gewaltige, freiliegende Felsvorsprünge zeugen von 240 Millionen Jahren Erosion und einem verschwundenen Ozean, der Küstenablagerungen hinterließ und das verhärtete Shinarump-Konglomerat formte, das die Spitze des Gooseberry Mesa bildet. Weiter oben hat der einstige Wald versteinertes Holz hinterlassen, das auf der Oberfläche des Plateaus liegt. Wellenförmige Bänder aus rotem Sandstein formen die Moenkopi-Formation, die erfahrenen Fahrern als Slickrock bekannt ist. Pinien und Wacholder säumen die Wege, während Kalifornische Kondore darüber kreisen. Ein Baumwollschwanzkaninchen huscht über den Pfad. Wir beobachten die Felsen aufmerksam, während wir vorbeifahren, um die sonnenbadenden Eidechsen zu sehen. Legen Sie eine ruhige Pause ein, vielleicht zeigt sich ein Reh. Vorsicht vor den Kakteen! Ein Sturz ist besonders unangenehm, wenn man im stacheligen Claret-Cup-Kaktus landet.

Stürze? Möglich. Diese Strecken sind nicht für jeden geeignet, da die meisten als mittelschwer bis anspruchsvoll gelten.

Blick vom Aussichtspunkt, dem Ausgangspunkt des South Rim Trails.

Blick vom Aussichtspunkt, dem Ausgangspunkt des South Rim Trails.

Dies ist ein erstklassiges, kreisförmiges Trailsystem mit vielfältigen Streckenoptionen. Wer den gesamten Big Loop Trail gegen den Uhrzeigersinn fährt, legt gut 21 Kilometer mittelschwere bis anspruchsvolle technische Strecke zurück, die den Nord- und Südrand des Grand Canyon verbindet. Alternativ kann man sich seine eigene Tour zusammenstellen und verschiedene Trails kombinieren, um die gewünschte Streckenlänge und den Schwierigkeitsgrad individuell anzupassen. Obwohl die Aussichtspunkte Point und Overlook Hin- und Rückwege sind, lohnt sich der zusätzliche Aufwand allemal.

Die Wege sind größtenteils gut ausgeschildert und leicht zu begehen, allerdings kann man die Steinmännchen leicht übersehen. Einige Routen sind mit weißen Farbpunkten markiert. Da man in beide Richtungen fahren kann, ist Orientierungssinn wichtig, denn man kann sich leicht verirren und die Landschaft wirkt schnell eintönig, wenn man sich erst einmal verfahren hat.

Die sommerliche Mittagshitze machte jede Pedalumdrehung etwas anstrengender, doch der Reiz von Gooseberry Mesa liegt in den rasanten, abwechslungsreichen Slickrock-Singletrails, die anstelle langer Auf- und Abfahrten bestechen und den Fahrern ein entspanntes Fahrvergnügen ermöglichen. Die South Rim und Hidden Canyon-Runde gilt als technisch anspruchsvoll und sorgt unterwegs für einige brenzlige Momente. Gut, dass man die heiklen Abschnitte nahe der Felswand jederzeit absteigen und schieben kann. Die 2,9 Kilometer lange North Rim ist besser für fortgeschrittene Fahrer geeignet und bietet kurze, steile Anstiege mit atemberaubenden Ausblicken.

Wenn du dir deiner Fähigkeiten nicht ganz sicher bist, probiere doch mal den mittelschweren Übungstrail aus. So bekommst du einen guten Eindruck davon, was dich erwartet. Er eignet sich auch hervorragend zum Aufwärmen für die längeren Strecken. Egal für welchen Trail du dich entscheidest, Gooseberry Mesa ist ein klassischer Trail, der dich mit fantastischen Ausblicken und jeder Menge Fahrspaß belohnt. Plane ihn unbedingt in deine Route ein, wenn du in der Gegend Mountainbike fahren möchtest!

Wenn du gehst

Anreise

Die Anfahrt zum Ausgangspunkt des Gooseberry Mesa Trails kann etwas knifflig sein. Obwohl wir auf dem richtigen Weg waren, kamen uns immer wieder Zweifel, da unser Auto auf der staubigen Schotterpiste hin und her schaukelte und knarrte. Wir wären beinahe umgekehrt, doch zum Glück siegte unsere Neugier, und wir fanden schließlich den Weg zum Ausgangspunkt. Allradantrieb ist besser als Zweiradantrieb, und bei Schlamm sollte man diese Strecke auf keinen Fall befahren.

Wenn Sie vom Zion-Nationalpark kommen, fahren Sie auf der SR 9 Richtung Süden bis zur Bridge Road in Rockville. Biegen Sie links auf die Bridge Road ab und fahren Sie 2,6 km. Halten Sie sich nach der Brücke an der Kreuzung rechts. Sie erreichen eine T-Kreuzung. Biegen Sie links auf die Smithsonian Butte Road ab und fahren Sie 7,9 km weiter bis zur Gooseberry Mesa Road. Biegen Sie rechts durch den Zaun auf die Gooseberry Road ab, fahren Sie am Viehgitter vorbei und weiter 5,8 km bis zur Y-Kreuzung. Dort finden Sie die Wanderkarte und Toiletten. Wenn Sie aus Richtung Hurricane kommen, fahren Sie 23,3 km auf dem Highway 59 Richtung Osten und biegen Sie links auf die Smithsonian Butte Road ab.

Unterkünfte

Zelten ist erlaubt, es gibt jedoch keine ausgewiesenen Campingplätze. An den Ausgangspunkten der Wanderwege stehen Plumpsklos zur Verfügung, aber es gibt kein fließendes Wasser oder Toiletten auf dem Wanderweg (Alles rein, alles raus – SituationIm Zion-Nationalpark kann man auch auf ausgewiesenen Plätzen zelten. Eine Reservierung des Campingplatzes wird empfohlen.

Was Sie mitbringen sollten:

Wasser (mehr als Sie denken), Snacks, Elektrolyt-Kaugummis oder Energie-Gel, Kompass, Wanderkarte, Stirnlampe, Ersatzschläuche und Aufblasvorrichtungen, Reiseapotheke, Sonnenschutzmittel.

Profi-Tipp:

Wer genau hinsieht, findet Dinosaurierspuren!

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